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Löwenzahnhonig

Löwenzahnsirup selber machen mit Birkenzucker & Rübenzucker

Heute möchte ich mit euch Löwenzahnsirup selber machen! 😊 Was das ist? Ein mega leckerer und ganz nebenbei auch gesunder und veganer Aufstrich der fast wie Honig schmeckt und eine ähnliche Konsistenz aufweist. 😋 Daher nennen ihn manche auch „Löwenzahnhonig“, obwohl gar kein Honig drinnen ist. 😉 In einer etwas flüssigeren Variante könnt ihr ihn auch zum Mixen von Getränken verwenden. Hier zeige ich euch wie man die festere Variante für einen Brotaufstrich macht. Zuerst möchte ich euch jedoch ein bisschen mehr über den Löwenzahn, seine heilende Wirkung und die Verwendung, insbesondere mit Kindern, erzählen: (lieber gleich zum Rezept)

Überall auf den Wiesen leuchten uns die gelben Köpfe wieder entgegen. Erstrahlen wie kleine Sonnen, wecken mit ihrem kräftigem Gelb neue Hoffnung und bringen Glück und Freude in unsere Herzen. 💛 Denn so ist es, wenn die Farbe Gelb auf uns wirkt. Sie steht für Optimismus und Lebensfreude.

Für Kinder sind die gelben Butterblumen magisch anziehend. Aus ihnen lassen sich schöne Halsketten oder Blumenkränze knüpfen. Im Wasser können die Kinder beobachten wie die Stiele sich zu kleinen Ringelschwänzchen zusammen kringeln. 🐖😅 Einfach mit dem Fingernagel oder einem Messer etwas einritzen und auseinander ziehen.

Experimente mit Löwenzahn

Schnelle Hilfe bei Brennnesselstichen & Co

Der weiße milchige Saft der aus der Pflanze austritt sobald sie verletzt wird, ist interessanter Weise nichts anderes als Naturkautschuk/Latex. Die Industrie forscht derzeit noch an einer Verwendung. Er hat bei uns schon gegen so manchen Stich der Brennnessel schnelle Hilfe geleistet. Einfach auf die betroffenen Stellen auftupfen. Das Brennen verschwindet nahezu sofort. Auch gegen Warzen und Insektenstiche soll er gute Dienste leisten.

Auf andere Hautstellen sollte er jedoch nicht aufgetragen werden, da er dort in seltenen Fällen eine Kontaktallergie in Form von leichten Hautreizungen verursachen könnte. Der Milchsaft ist nicht in dem Sinne giftig, gestorben ist daran noch keiner. In größeren Mengen kann er jedoch zu Mangen-Darm-Problemen und Herzrhythmusstörungen führen, daher den langen Blütenstängel bitte nicht essen! Denn dieser enthält den meisten Saft. Wenn dein Kind ein bisschen an einem Stängel geknabbert hat, musst du aber nicht in Panik verfallen. In kleinen Mengen ist der Milchsaft unbedenklich. Besonders aus den jungen Blättern kann sogar ein wunderbarer Salat gezaubert werden. Kindern ist er jedoch meistens zu bitter. 😉

„Was bitter im Mund, ist dem Magen gesund.“

alte Volksweisheit

Dabei sind es doch gerade die Bitterstoffe die den Löwenzahn so gesund machen! Sie wirken entschlackend und entgiftend. Sie reinigen Magen und Darm, Niere, Blase und Leber. Der Löwenzahn wirkt tonisierend auf den gesamten Stoffwechsel und hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit. Er enthält viele Vitamine, Spurenelemente und Mineralien. Er so ist hartnäckig, so mancher Gartenbesitzer hat schon verzweifelt versucht ihn weg zu bekommen. Aber genau diese Zähigkeit und Kraft können wir uns zu Gute machen und so ist er ein wertvolles Hausmittel für die ganze Familie!

Aber wie bekommen wir dieses bittere Zeug in unsere Kinder rein? Genau! Natürlich mit dem Löwenzahnsirup. 😁

Dieses Jahr wollte ich den Sirup besonders gesund komplett mit Birkenzucker machen. Leider ging das nach hinten los … Nach 2 Tagen war der schöne Sirup nur noch ein riesengroßes Bonbon, dass man wahrscheinlich nicht mal mehr vernünftig aus dem Glas bekommt. 😲😢 Komplett auskristallisiert! In einem alten Forum habe ich dazu gefunden, dass Birkenzucker wohl das viele Wasser nicht so gut bindet. Naja, man lernt ja nie aus.

Es gibt wohl noch eine Alternative mit Birkengelierzucker. Aber das ist 3:1 Gelierzucker und dann wird das Ganze von der Konsistenz eher Löwenzahngelee als der tolle Honig ähnliche Brotaufstrich. Und ist leider auch nicht ganz so gut haltbar. Lange Rede kurzer Sinn, somit hab ich den guten Honig ähnlichen Brotaufstrich den ich nun mal unbedingt haben wollte doch wieder nach meinem alten Rezept gemacht mit „nur“ zur Hälfte Birkenzucker.

Birkenzucker alias Xylit

Birkenzucker auch Xylit genannt ist ein Zuckeraustauschstoff, ein natürliches Kohlenhydrat das aus Holz gewonnen wird. Es gibt auch anderes Xylit, was aus meist genverändertem Mais hergestellt wird. Das würde ich euch nicht empfehlen. Xylit aus Holz ist auch viel umweltfreundlicher in der Herstellung. Laut Angabe der Herstellers Dr. Groß ermöglicht die Herstellung aus Holz eine um 90 % bessere CO²-Bilanz als aus konventionellem Xylit. Birkenzucker wird außerdem auch hier in Deutschland hergestellt.

Interessanterweise bildet unser Körper selbst Xylit, wenn die Leber Kohlenhydrate abbaut. Es ist unserem Körper also keineswegs fremd. Mit Xylit steigt unser Blutzuckerspiegel nur sehr langsam – es wird kaum Insulin ausgeschüttet. Ein zu hoher Insulinspiegel macht uns dauernd hungrig. Xylit hat zudem nur ungefähr die Hälfte der Kalorien von konventionellem Zucker. Einige Studien belegen sogar, dass Xylit helfen kann Karies zu reduzieren.

So gesund Birkenzucker für uns Menschen ist, so tödlich kann er für Tiere sein! Ihnen fehlt ein Enzym in der Leber, das für den Abbau wichtig ist. Also bitte unbedingt außer Reichweite eurer Haustiere aufbewahren! Und auch wir sollten ihn nur in Maßen genießen. Vor allem wenn der Körper noch nicht an Birkenzucker gewöhnt ist, kann er abführend wirken. Ein kleines Brot mit Löwenzahnsirup sollte jedoch kein Problem sein.😉

Daneben habe ich mich zur Herstellung für meinen Löwenzahnsirup für Rübenzucker entschieden. Der Nährstoffgehalt im Vergleich zu anderem herkömmlichen Zucker ist nur marginal. Aber er wird nicht quer über den Ozean geschippert sondern bei uns in Deutschland angebaut. Dabei brauchen Rüben durch die höhere Zuckerausbeute 45 % weniger Fläche als Rohrzucker.

Und hier kommt das Rezept für meinen Löwenzahnsirup

Zutaten:

1 Liter Maß Löwenzahnblüten

1 Liter Wasser

1/2 kg Birkenzucker 1/2 kg Rübenzucker

1 Zitrone

Gewürze nach Geschmack/Verwendung (z.B. 1/2 Vanillestange, Nelken, Kardamon, Anis, Kurkuma, Zimt)

leere Marmeladengläser

  1. Löwenzahnblüten am Besten am späten Vormittag an einem trockenen Tag sammeln. Bitte darauf achten, dass die Wiese ungedüngt ist, fern von Straßen und nicht von Hunden frequentiert wird. Die Blütenköpfe breitet ihr am Besten auf einem Blech oder Tablett im Schatten noch eine Weile aus, damit kleine Käfer das Weite suchen können. Sonst ist der Sirup leider nicht vegan … Ich nehme die ganzen Köpfe mit dem Grün. Nur der Stängel kommt weg. (bei mir war dadurch nichts bitter)

2. Löwenzahnblüten zusammen mit dem Wasser, der in Scheiben geschnittenen Zitrone und ggf. Gewürzen ca. 15 Minuten lang mit geschlossenem Deckel köcheln lassen. Mehrere Stunden z.B. über Nacht stehen lassen.

Löwenzahnsirup selber machen mit Birkenzucker

3. Dann durch ein Sieb abgießen und gut ausdrücken.

4. Nun mit dem Birken- und Rübenzucker (oder gewünschter Alternative) in einem großen Topf zum Kochen bringen, Hitze reduzieren und sanft auf kleiner Stufe über ca. 2-4 Stunden einköcheln. (ohne Deckel!) Zwischendurch ab und zu Umrühren beschleunigt die Verdunstung. Vorsicht, kann ziemlich stark dabei Sprudeln!

Tipp:

Habt ihr nicht soviel Zeit am Stück? Dann könnt ihr den Vorgang problemlos unterbrechen und ein paar Stunden später oder am nächsten Tag weitermachen.

5. In der Zwischenzeit könnt ihr eure leeren (Marmeladen-)gläser schon mal heiß mit klarem Wasser ausspülen und bereit stellen.

6. Zwischendurch solltet ihr immer wieder prüfen, ob der Löwenzahnsirup eure gewünschte Konsistenz hat. Dafür tröpfelt ihr einfach etwas von der heißen Flüssigkeit auf einen kleinen Teller und stellt diesen kurz in den Kühlschrank. Ist er noch zu flüssig? Weiterköcheln! Schon zu fest? Dann versucht mal etwas heißes Wasser nachzugießen und nochmal kurz unter Rühren eindicken zu lassen.

7. Nun die noch heiße Flüssigkeit in die Gläser füllen und sofort zuschrauben.

Und so könnte euer fertiges Ergebnis aussehen:

Löwenzahnhonig selber machen

Macht sich auch toll als Geschenk! Vielleicht bald zum Muttertag? Bei uns ging der Löwenzahnsirup weg wie warme Semmeln. Und zu denen passt er ja auch gut. 😉

Traditionell wird der Löwenzahnsirup auch als Hustensaft verwendet. Außerdem passt er natürlich gut in Tee, Joghurt oder zum Süßen von Smoothies.

Haltbarkeit

Die ersten Gläser waren bei uns nicht sehr lange haltbar … 😉 Ein Glas konnte ich letztes Jahr jedoch vor der hungrigen Meute retten und es hat sogar bereits geöffnet 10 Monate lang unbeschadet überstanden. Also so rein theoretisch ist der Löwenzahnsirup wohl ziemlich lange haltbar. Bei uns eher nicht. Dafür ist er einfach zu lecker! 😋

Und nun ran an den Löwenzahn!

Gerne dürft ihr eure Erfahrungen und Fragen in die Kommentare schreiben!

Alles Liebe!

Eure Astrid

2 Kommentare zu „Löwenzahnsirup selber machen mit Birkenzucker & Rübenzucker“

  1. Liebe Astrid,
    heute schreibe ich dir mal über deinen Kanal. ;o) Der Löwenzahnartikel ist sehr spannend. Vieles wusste ich noch nicht. Vor unserem Garten ist eine riesige Löwenzahnwiese. Da sitzen wir quasi an der Quelle. :o) Wo bekommt man denn den Birkenzucker her?
    Ich freue mich auf eine Antwort von dir.
    LG Susan (Mama von Paulina)

    1. Hallo liebe Susan,

      das freut mich sehr, dass dir mein Artikel gefällt. 😃

      Birkenzucker (Xylit) findest du normalerweise in jedem Bio-Supermarkt. Teilweise haben es auch schon die normalen Supermärkte oder auch die Drogeriemärkte wie DM und Rossmann oder auch die Reformhäuser. Das ist abhängig von der Filiale.

      Schau nur, dass du auch wirklich Xylit aus Holz erwischst. Von DM habe ich z.B. schon mal welchen bekommen in so einer roten Dose von Xucker. Der stammt leider nicht aus Deutschland, sondern aus Finnland. Dort wurde aber immerhin der Birkenzucker erfunden und hat entsprechend gute Qualität. Ansonsten gibt es natürlich noch das gute alte Internet, wo du bestellen kannst.

      Leider ist Birkenzucker auch nicht gerade günstig, aber die Gesundheit dankt es uns. 😉

      Am Wochenende soll bestes trockenes Löwenzahn-Pflückwetter werden! 😎 Also am Besten gleich loslegen und nicht zu lange warten, sonst sind fast nur noch Pusteblumen übrig …

      Viel Spaß beim Nachmachen!
      LG Astrid

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